Direkte Vorfahren der gothaischen Linie Geutebrück.

Der gothaische Stamm der Familie Geutebrück wuchs größtenteil aus den alten Theologengeschlechtern Gerhard, Mylius, Jacobs, Ludwig, Caselius hervor. Auch direkte Vorfahren sind die berühmten Familien Bachoff von Echt, Heydenreich, Purgold, Cranach, Schneidewein, Breithaupt, Springsfeld, Volck, Wilcke u.s.w.

Hier möchten wir durch kleine übersichtliche Artikel Einblick in den großen Familienstamm geben.

Damit die Abstände der Generationen besser nachzuvollziehen sind, gehe ich immer von meiner Person aus.

 

EIN SEKTIONSBERICHT AUS DEM FRÜHEN ROKOKO.
Ich habe diesen Gothaer Sektions-Bericht transkribiert, da er ungeheuer interessant sein dürfte für Ärzte und Wissenschaftler. Es gibt gar wenig erhaltene Sektionsberichte. Dies hier ist einer davon.
Der abgebildete Stich befindet sich in unserem Familienarchiv. Er wurde mir im Sommer 2017 von meinem Vetter Rudolf W. L. Jacobs in der Schlosskirche zum Friedenstein, anlässlich des Familientages, überreicht.
Der Sektionsbericht zum Tode meines Ururururururur-Großvaters Albrecht Christian Ludwig (1667-1733), Hochfürstlich Sächs. hochbestallt=gewesener Oberhofprediger, Oberconsistorialrath und Beichtvater zum Friedenstein, zu dem Director des Witwen und Waysenstiffts zu Gotha.
Laut diesem Bericht starb er an einem Nierenleiden, welches in Schlaganfallförmigen Anfällen sein Ende nahm.
Er liegt in der Kirche St. Augustin zu Gotha schräg neben der Kanzel in einer ausgemauerten Gruft unter dem Boden begraben. Er wurde nur 66 Jahre alt.
Der Sections-Bericht stammt vom Stadtarzt Dr. Johann Bubbe (auch: Bube) zu Gotha und liest sich folgender maasen:
"Die Leber war von einer ausserordentlichen Grösse, doch in substantia nichts verderbliches; die Gallen=Blase auch sehr groß, und in derselben eine fluide Galle. Die intestina tenuta und crassa waren flaccida, der Magen gantz zusammen gezogen, und hatte nichts in sich als ein bisgen Schleim, welcher kaum einen Nagel bedecken können. Von denen renibus war dexter wohl constituirt, sinister aber contubescirt in dessen pelvi und stubstantia ipsa viele eckigte und spitzige calculi angetroffen wurden. Dessen urether war sehr dilatiret, so, daß man einen Finger darein stecken könnte in einerley dilatation von derb Niere bis zur Vesica fortgehend. Vesica enthielte etwas lotii, und eine besondere unginam oder sacculum, worinnen ein Stein ausserordentlicher Grösse eingeschlossen lag, welcher am Gewicht 7. Loth gehalten. Hertz und Lungen zeigten nichts übernatürliches. Woraus zu schliessen, das der Hochwohlselige Herr nach den meisten Theilen seines Leibes eine fortwährende, und noch lange dauernde Gesundheit sich zu versprechen gehabt, wofern nicht die linke Niere angefangen, (welches schon vor vielen Jahren geschehen seyn kan) calculos zu generiren. Die anwachsende und sich vermehrende calculi haben substantiam renis nach und nach dilatiret, und ruptionem vasorum, darauf mictus vrientus erfolget, verursachet. Die erfolgte erosiones haben urinae foetorem & putrilaginem hinc & inde stagnantem nach sich gezogen, jemehr aber die putrilago und depuscentia renis überhand genommen, jemehr sich febris hecticoiscea geäussert, welches letztere etlichemahl sehr praevaliret, doch aber durch legitime adhibirte temperantia moderirt worden. Materia purulenta per uretherem herbagehend hat in transitu vesicam irritiret, dessen sphincterem schlapp gemacht, und mictum involuntarium causiret. Die poderositas und augmentum calculi in vesica hat endlich viele Verdrückungen, Verspannungen derer Nerven und Blut=Gefässe nach sich gezogen, und durch praevalirende spasmos das genos nervosum irritiret, welche, nachdem sie sich immer jemehr und mehr exacerbiret, dejectionem toni denen übrigen visceribus imprimiret, worauf in ceconomia vitali nichts als Unordnung, und endlich febrilische motus, vomitus repetiti, corporis & virium dejetiones entstanden, zum Beschluß aber der gantzen Tragoedio apoplectische resulutiones erfolget, welche die mit vielen ausserordentlichen Vortrefflichkeiten begabte Seele den entkräffteten Leib zu verlassen gezwungen."
Copyright by Jens Geutebrück 

 


Ein großartiger, sehr poetischer Nachruf auf SOPHIA PROBST, gestorbene Witwe des Gothaischen Cammer- Consulenten Johann Probst aus 1722, verfasst von unserem Urururururururur-Großvater Johann Jacobs, Fürstl. Sächs. Geheimer Rath und Vice-Cantzler zum Friedenstein. Durch die Verse schwebt noch die Trauer des Johann Jacobs um seine zwei Jahre zuvor verstorbene Ehegemahlin. So sehr trauert er auch um seine gute Freundin, wie dieser Auszug hier zeigen soll.

"Wir kämpffen noch, Du zeigest Siegespalmen;
Wir streiten noch, Du hast vollbracht;
Wir weinen hier, Du singest Freuden-Psalmen;
Du hast den Tag, uns schreckt die Nacht,
Du bist gekrönt, uns höhnet Welt und Teuffel.
Du weist gewiß, was rohen machet Zweiffel.

Wohlan denn Seligste, Du hast gewonnen,
Wir wünschen Dir viel Heyl darzu.
Dein Haupt das gläntzet gleich der hellen Sonnen
Du hast nunmehr die seel`ge Ruh.
Dein Ruhm soll stets bey uns im Seegen bleiben,
Wir wollen ihn zum Ruhm der Väter schreiben."

Hier nun die Transkription der Titelei:

"Die zur gottseligen Tugend-Nachfolge 
vorgestellte 
Exempel frommer Vorfahren/ 
Wollte, 
Als 
Die Hoch-Edle/ Hoch-Ehr- und Tugend-
belobte 
Frau Sophia 
Probstin/ 
geb. Chemnitziin, 
Des weyl. Fürstl. Sächß. Gothaischen Hochwohlbestallten Cammer-Consulentens 
Herrn Johann Probstens, 
nachgelassene Frau Wittib, 
den 19. Jun. 1722. 
das Zeitliche mit dem Ewigen verwechselte/ 
und darauf den 22. Juni 
der verblichene Cörper 
unter hoch-ansehnlichem Leichen-Conduct 
zu Seiner Grab-Stätte gebracht wurde, 
aus Freundschaffts-Pflicht vorstellen 
Johann Jacobs/ 
Fürstl. Sächß. Geheimde Rath und Vice-Cantzlar zum Friedenstein.

Gotha, druckts Johann Andreas Reyher, Privil. Hof-Buchdrucker."

Copyright by Jens Geutebrück

Mein UrurururururururururururururGroßvater LUCAS CRANACH Der ÄLTERE 

Lucas Cranach der Ältere ist ein direkter Vorfahre von mir und zwar mein Ur (15x) Großvater.

Seine Tochter Maria Cranach heiratete Lorenz Kreich.
Deren Tochter Euphrosyne Kreich heiratete Heinrich Schneidewein.
Deren Tochter Maria Schneidewein heiratete Johann Georg Springsfeld.
Deren Tochter Susanna Sibylle Springsfeld heiratete Ägidius Hunnius den Jüngeren.
Deren Tochter Susanna Margarethe Hunnius heiratete Jacob Heinrich Heydenreich.
Deren Tochter Sophia Elisabetha Heydenreich heiratete Michael Christoph Bachofen von Echt.
Deren Tochter Elisabeth Sophia Bachofen von Echt heiratete Johann Gottlieb Jacobs.
Deren Tochter Maria Elisabeth Jacobs heiratete Johann Christian Ludwig.
Deren Tochter Johanna Sophia Christiana Ludwig heiratete Carl August Geutebrück.

 

Mein Urururururururururururur-Großvater GEORG MYLIUS (1548 - 1607). 
Er war lutherischer Theologe, Professor der Theologie in Wittenberg und Jena und Generalsuperintendent der sächsischen Kurkreise.
Er ist der Großvater von Anna Sophie Breithaupt, geb: Mylius und der Urururururur-Großvater von Johann August Geutebrück und dadurch mein direkter Vorfahre.

 


Mein Ururururururururur-Großvater MICHAEL CHRISTIAN LUDWIG (1635-1700). 

Er war Konrektor und Hofdiakon zu Altenburg, Prediger an der Domkirche Altenburg, Hofprediger und Kirchenrat in Zeitz.


Die Grabplatte meiner Urururururururururururur-Großeltern Thomas (1530-1593) und Meta Jacobs (1545-1610) in der Kirche St. Nikolai zu Flensburg.

Thomas Jacobs war Handelsmann zu Flensburg. Sein Frau Mette war die Tochter des Seiden und Tuchhändlers Hans Lange.

Der Gothaische Amtmann Carl August Geutebrück (1727-1788), mein Urururururur-Großvater. Er war bis zum Schlusse als Amtmann im Schloss zu Georgenthal tätig.

 


Wird in den nächsten Tagen aktualisiert und fortgesetzt.