Nachrichten Forschung Stadtgeschichte


Sämtliche hier aufgelisteten Forschungsergebnisse sind von mir per ISSN Nummer und auch als gedruckte Publikation gesichert bzw. geschützt. Unerlaubte Verwendung zieht schärfste strafrechtliche Konsequenzen nach sich. Bei Zitaten bestehe ich auf genaue Quellenangaben und Namensnennung.

Jens Geutebrück

Das Haus "Zum König Salomon" zu Gotha.
Um das Jahr 1560 entstanden, war es ursprünglich ein Blockhaus, welchem um 1590 ein Erker vorgesetzt wurde und welches um die gleiche Zeit etwa ein Renaissance-Portal erhielt.
Der Umbau geht auf die Zeit zurück in welcher der Gothaer Bürgermeister Thomas Bachofen von Echt (1540-1597) das Haus in Besitz hatte. Man kann sicher annehmen, das er selbst die Veränderungen beauftragt hatte. Auch sein Sohn Thomas Bachofen von Echt, der Jüngere, wieder Bürgermeister zu Gotha, lebte weiter in diesem Hause bis zum Jahre 1638.
Schon 50 Jahre später hatten die Bachofen von Echt ihren Wohnsitz einige Häuser weiter hoch in die Storchsecken am Markte verlegt.
Eine Reihe hübscher Muster derart bietet das Haus dessen Front aus einem vortretenden und einem zurücktretenden Teil besteht und welches bei seiner in nüchterner Weise erfolgten Modernisierung ältere Einzelheiten aus der Bauzeit bewahrt hat. So die gotisch gebildeten Fenster, das im zurück-tretenden Teil liegende Rundbogen-Portal mit Muschelnische an den Pfeilern und. mit Facetten, bzw. Buckeln zwischen Beschlag-Mustern in der Archivolte, deren Schlussstein, consolartig gebildet, nebst den als Seiten-Einfassung auf-steigenden Eckpilastern das Gesims trägt. Auf diesem ruht ein Aufsatz mit dem Relief König Salomon’s und der sein Urteil anrufenden Frauen, welches dem Gebäude den Namen gegeben hat. Der Eck-Erker, welcher an dem vorspringenden Teil der Front nach vorn und seitwärts vortritt, hat ebenfalls schön mit Beschlagmustern und Köpfen geschnittene Consolen.

Die Häuser 1151 und 1152 neben dem Ratskeller.

Damals im Jahre 1858 gab es noch keine Hausnummern nach Strassennamen, sondern jedes Haus in Gotha hatte eine eigene Nummer.

Haus 1151 war damals Theodor Söltner`s Kaufmannsladen (siehe die Annonce aus 1847) und das Haus davor (Nummer 1152) war des Haus des Postamentiermeisters August Schack.

Im Jahre 1715 trugen die beiden Häuser noch die Nummern 25 und 26. Damals befand sich im ersten Hause die Sattlerei von Johann Georg Oschmann und im zweiten Hause der Kaufladen von Johann Kaupert.

Auch heute noch stehen die Häuser unverändert am Marktplatze.
Zwischen diesen beiden Fotos liegen 160 Jahre.

Lange bevor in der heutigen Großen Fahnenstraße zu Gotha im Jahre 1803 das Frankenberg`sche Krankenhaus errichtet wurde, standen an der hier gezeigten Stelle noch um 1720 die 3 Pestilenz-Häuser in Form eines auseinandertreibenden U`s.
Damals noch nannte sich die Gegend "Vor der Brühler Thor". Die Pestilenz-Häuser lagen noch in näheren Abstand zum alten Gottesacker wohin die Toten nach Ableben verbracht wurden.

Der Gottesacker hatte an der Südseite eine eigene Thür für die Toten mit ansteckender Krankheit. Diese wurden hinter der südlichen Mauer rechts neben der Pforte, welche sich heute noch erhalten in der Mauer von Friedhof II befindet, in einem Massengrab verscharrt. Aus diesem Grunde gab es an der Südmauer keine größeren Erbbegräbnisse.

CDV Photographie aus meinem Archiv, datiert auf 1889, mit der Abbildung der Kirche St. Margarethen.

Ein trauriger Vorfall setzte die Gothaer Bürger am 22. Januar
1676 in Aufregung und Schrecken. Der Tuchmacher Hans Schmaltz hatte sich nach der Beichte in die Margarethenkirche einschließen lassen, um dieselbe zu berauben. Als er eben im Begriffe war, den Gotteskasten mit einem Brecheisen zu öffnen, kam unerwartet der Kirchner Paul Schmidt hinzu, um den Ornat für den folgenden Sonntag vorzubereiten Der Kirchenräuber erschlug ihn; sein Geschrei hatte man jedoch außen vernommen, und als man die Tür gewaltsam öffnete, fand man unweit derselben den Kirchner erschlagen. Der Täter hatte sich unbemerkt unter das Volk gemischt. Indes fiel doch der Verdacht auf ihn, da man das Brecheisen als dasjenige erkannte, welches er bei einem Zimmermann erborgt hatte. Er wurde verhaftet und man fand noch Blut an seinen Schuhen. Des Mordes geständig, wurde er am 11. Februar 1676 mit glühenden Zangen gekneipt, gerädert und sein Körper aufs Rad gelegt.
Der Bericht wurde festgehalten in den "Gothaischen Annales" durch Heinrich Rudolph Heydenreich (1721).

Ich bin sehr froh dieses einmalige Stück heute zeigen zu können.
Es ist der Plan des nur 15 Jahre bestandenen geheimnisvollen Parkes des "Barons von Leesen", welcher sich hinter der heutigen Waltershäuserstraße (16) 18 befand und die komplette Kaiserstraße (18. März. Straße) in einem Quadrat bis zur Brunnenstraße herunterlief.
Das Grundstück war ein Schmuckstein der Gothaer Parkkultur, mit einem Teich, verschlungenen Wegen und 12 alten barocken Grabdenkmälern vom alten Gottesacker, welche der Baron 1872 für den Park angekauft hatte.
Dieser Plan stammt aus dem Jahre 1877 uns ist eine wirkliche Seltenheit, welche ich heute für mein Archiv bekam.

TAUSENDE FELDMÄUSE ÜBERQUEREN VOM 27. ZUM 28. SEPTEMBER 1680 DEN WALLGRABEN VOR DEM STADTTHOR ZU GOTHA.

Aus den Tagebüchern des Heinrich Rudolph Heydenreich (1662-1721) fürstl. Konsistorialrath zu Gotha.
Eine wirklich sehr unglaubliche Eintragung. Er schreibt:

(Originaltranskription des Textes)
"Anno 1680 den 27. Septembr. diesen und folgenden Tag etliche 1000. Feld=Mäuse im Stadtgraben vor dem Stadtthore zu Gotha auf der lincken Hand bis zur Ecken des Walls, gegen der Born=Mühle über, schwimmend gesehen worden, bis sie untergesuncken."

Diese wirklich interessante Geschichte spielte sich am Stadtthor am Ausgang der Großen Erfurthergasse ab.

Und noch interessanter wird es jetzt für zu erforschen, warum tausende Feldmäuse Ende September 1680 über den Stadtgraben schwammen und letztendlich an der Höhe der Stadtmauer scheitern mussten. Warum wollten die Mäuse in die Stadt?

Das ganz besondere an dieser Nachricht ist, das ich sie niergendwo sonst, als in den Tagebuchaufzeichnungen meines UrurururururururururGroßonkels Heinrich Rudolph Heydenreich fand.

ERDBEBEN ZU GOTHA 
So geschehen Anno 1682, den 2 May.

Dieser Eintrag stammt aus dem Tagebuch meines Ururururururururur-Großonkels ELIAS RUDOLPH HEYDENREICH (1617-1691), Gothaischer Gerichts- und Consistorial-Secretär .
"Den 2. Dito , ein Erdbeben zu Gotha verspüret worden, also daß beyde Thürme auf dem alten und neuen Marckt an den obersten Theilen , Morgens gegen 3 Uhr, hefftig gewancket....Woher die Erdbeben entstehen, sind verschiedene Meynungen. Einige schreiben es dem unter der Erden hin und wieder fliessenden Wasser zu welches inwendig das Erdreich nach und nach abspülte und also unvermerckt den Einfall praeparierte. Andere wollen die Schuld denen unterirrdischen Winden , die in denen ungeheuren Klüfften und Höhlen entstünden, zueignen. Wieder andere wollen der Macht des Feuers die Schuld geben, weilen diejenigen Länder , deren Erdreich mit vielem Pech Schwefel und Salpeter angefüllet ist und da es feuerausspeyende Berge giebt, diesem Unfall am meisten unterworffen. Die meiste Schuld aber wird den Menschen selbst beyzumessen seyn, welche durch ihre Sünden verursachen, das Gott dergleichen Unfälle verhenget."

 

Das "GERICHT zu GOTHA"
Diese Stelle, welche auf einem kleinen Hügel liegt und sich gegenüber dem Diebesteig befindet, nannte man noch vor 250 Jahren "DAS GERICHT". Denn hier stand der Galgen.
Unter dem Hügel liegen noch immer die Gebeine der dort Gehängten. Während die Hexen im unteren Hersdorf brannten, wurden Diebe, Mörder und sonstige zum Tode Verurteilte auf den Krahnberg gebracht und dort gehängt. Von dieser Stelle aus sah man damals vom höchsten Punkte bis hinunter in die Stadt, denn damals war der Krahnberg noch nicht so bewaldet wie heute.
Die letzte Hinrichtung fand am 8. April 1735 dort statt. Aber der Galgen selbst wurde erst 1826 entfernt. Der Hügel welcher die Toten birgt, blieb.
Oben links kann man die Stelle in ihrem heutigen Zustande sehen.
Unten links ein Ausschnitt aus einem Kupferstich Anno 1567 mit der Abbildung des Gothaer Galgens auf dem Galgenberg.
Rechts eine Zeichnung des Galgens nach einer historischen Abbildung.

 

Im Jahre 1823 wurde durch die Herzogin-Witwe "Caroline von Sachsen Gotha Altenburg" der Bau einer Fähre in Auftrag gegeben, welche sie vom Ufer des Parkteiches zum Grabe ihres verstorbenen Gemahls "Herzog Emil August" auf der Insel befördern sollte.

Schon im Jahre 1837 war die Fähranlage baufällig geworden, so das die Herzogin-Witwe die Erneuerung der Anlage in Auftrag gab.

Der Fuhrmann Sahlender brachte die zu ersetzenden Latten und Bohlen vom Herrschaftlichen Bauhof nach der Parkinsel.

In meinem Archiv hat sich die Auflistung der Materialien, welche Sahlender am 26. April 1837 lieferte, erhalten.

02. April 2017: Wir (Jens Geutebrück, Jürgen Neumann, Massimo Filippo) haben heute die Lage des "alten roten Sandsteinbruches" korrekt identifiziert. Er lag auf dem heutigen Gelände der "Thüringer Waldbahn Station" und zog sich bis hinüber in Richtung Süden zu der heutigen Wendeschleife der Bahn und den angrenzenden Gartengrundstücken zwischen Waltershäuserstrasse und Reinhardsbrunnerstrasse.


 28.März 2017: Vor 1702 befand sich die Hinrichtungsstätte für HEXEN in dem hier von mir rot umrandeten Areal, wo sich ab 1706 der alte Schießplatz befand. Heute Friemarerstraße 8 "Motorsportclub Gotha". Damals vor 300 Jahren, nannte sich diese Ecke der "Entenfang am Waydrasen", wo seit 1707 regelmäßig das Vogelschiessen stattfand; wenn man nach dem großen, auf einer hohen Stange angebrachten hölzernen Vogel geschossen hat, herrschte großer Festtrubel. Aber noch 30 Jahre vorher brannten an dieser Stelle die HEXEN.  1668 ist dort eine Hexenverbrennung direkt überliefert und noch am 20. Juli 1683 wurde dort Jost Lochardt`s Weib Barbara als Hexe von den Henkersknechten enthauptet und gevierteilt, worauf die einzelnen Stücke dem Feuer übergeben wurden.

11. September 2016  EINE NEUE WICHTIGE AUFKLÄRUNG EINES ÜBER 100 JAHRE ALTEN IRRTUMS, WELCHEM ICH HEUTE MIT UNSEREM MITGLIED SIEGFRIED BAYER AUF DIE SPUR GEKOMMEN BIN.

Das Haus am Schützenberg, welches vor 10 Jahren weggerissen wurde, hieß im Gothaer Volksmund das "Stieler-Haus".

Adolf Stieler soll darin bis 1836 gelebt haben, so berichtete auch eine Tafel, welche über 100 Jahre an dem Hause angebracht war. Das Foto zeigt das Haus im Jahre 1910. Es gibt eine Foto aus dem Jahre 1858, auf welchen ein viel älteres Haus zu sehen ist. Dazu kommt, das der Baustil des Hauses nicht vor 1870 sein kann.

ES STEHT NUN FEST, DAS ADOLF STIELER NIEMALS IN DIESEM HAUSE GELEBT HABEN KANN. ADOLF STIELER LEBTE IN EINEM NACH 1858 ABGERISSENEN VORGÄNGERBAU.

27. August 2015

Die FIGUREN auf dem PRINZENPALAIS

 

Es ist doch bestimmt schon mal aufgefallen, das das Prinzenpalais auf älteren Photos Figuren trägt. Nun ist es so, das auf sehr frühen Photographien das Palais keine Figuren zeigt, erst ab den Anfang 1860er Jahren. Bei den Figuren handelt es sich um die Skulpturen welche in das Roundel um die GROTTE (Wasserspiel im Garten es Schlosses Friedrichsthal) integriert waren. Die Grotte wurde 1855 angefangen abzutragen. Es blieb aber über Jahre ein Rest der Grotte stehen bis in die 1880 er Jahre. Da auf dem Gelände alles sehr verwüstet aussah rettete man einen Teil der Figuren, in dem man sie spätestens Ende 1862 auf dem Prinzenpalais platzierte. dort blieben die Figuren bis nach dem 2. Weltkrieg stehen und verschwanden daraufhin zum Teil.

27. Februar 2015

ANMERKUNGEN ZU IRRTÜMERN, DIE "LIMONADIERE" BETREFFEND.

 

Die Limonadiere auf den bekannten Postkarten Fotos, ist nicht das Erfrischungshaus, welches 1810 an der gleichen Stelle erbaut wurde. Das Erfrischungshaus war ein Gebäude das ungefähr die Hälfte der Größe der Limonadiere hatte. Als in den 1830 er Jahren die alten Brauhäuser abgerissen wurden um Platz für das Neue Theater zu schaffen, wurden die Steine der Brauhäuser für den Neubau der LIMONADIERE verwendet. Dies geschah im Jahre 1836. An dem alten Erfrischungshause war ein halbovales , nach innen gehendes, Portik von fünf Ionischen Säulen, auf welchen ein Balkon ruhte, angebracht. Diese Portik war unten mit Nischen versehen, worin die Büsten Gothaer Dichter aufgestellt waren. Das Gebäude war mit einer Kuppel gekrönt. Die ganze Kuppel umgibt ein Kranz von Lüstres, die den Fries erleuchtete, auf welchen man, zwischen Zeichen des Tierkreises, die Worte lesen konnte: "EHRFURCHT, BEWUNDERUNG, DEM EDLEN UND SCHÖNEN". Somit steht entgültig fest, das das Erfrischungshaus von 1810 , nicht die spätere Limonadiere war!

2. Dezember 2011  Am 02.12.2011 war ich in der Gartenanlage hinter dem Prinzenpalais unterwegs, um das dort stehende Rathgeber-Denkmal zu fotographieren. Da das Denkmal auf einem abgeschlossenen Gartengrundstück steht, ging er zu Herrn Müller, dem Gartenbesitzer. Dieser ließ mich ein und er konnte photographieren. Herr Müller fängt auf einmal an zu erzählen, das oberhalb seines Gartens, am hinteren Wege entlang versteckt in einem Garten, ein altere Sockel steht, von dem aber niemand etwas wisse. Dem gehe ich nach und erkenne sofort den Sockel der Diana. Das hatte folgenden Grund. Am Tage zuvor, sprach ich am Stammtische mit Freunden über alte Denkmale der Stadt Gotha und zeigte auch ein Foto der Diana-Statue. Keiner hatte den Sockel je gesehen. Aber durch die längere Unterhaltung und auch zuvorige Forschungen, war der Sockel so eingeprägt, das ich ihn sofort erkannte.

20. August 2011

DIE GROTTE

 

Die Grotte lag an der Stelle, an welcher sich heute das Amtsgericht befindet. Sie war Teil der hinteren Parkanlage des Schloss Friedrichsthal, welches um 1710 erbaut wurde. Die Parkanlagen mit Grotte entstanden nach Bau des Schlosses und wurden schon um 1720 erwähnt. Es war ein großer anmutiger Garten, mit herrlichen Alleen und freundlichen offenen Plätzen. Eine Fontaine mit Bassin gab dem Ganzen noch mehr Leben. Am östlichen Ende des Gartens befand sich ein rundes, kunstreich gebautes, aber nicht lange in Betrieb gehaltenes Gebäude, man nannte dieses „Die Grotte“. Durch gewisse Vorrichtungen, die jedoch im Laufe der Zeit unbrauchbar geworden waren, sprang Wasser aus allen Wänden und Winkeln, von der Decke und aus dem Fußboden. Die Decken und Wände waren mit Muscheln, Glasstücken und Erz belegt. Das flache Dach der Grotte, das man besteigen konnte, gewährte eine schöne Aussicht auf die umliegende Gegend. Der Boden war mit Marmor ausgelegt. Schon im Jahre 1840 war das Wasserspiel nicht mehr in Betrieb. Die Grotte wurde um 1855 geschleift. Auch die restlichen Parkanlagen mit Wasserspielen verschwanden 1908 durch den Bau des Herzoglichen Rentamtes. Heute ist nichts mehr von der großartigen Parkanlage zu finden.

24. Juli 2011

"Das ägyptische Monument am Schwanteich"  "An einer Esplanade von italienischen Pappeln, liegt ein Teich, der durch eine stets laufende Cascade gefüllt wird und welche durch ihr Rauschen die gesamte Gegend belebt. Über der Cascade erhebt sich dasMonument 25 Fuß hoch, in Gestalt eines Portals, und bestehend aus zwei mit Hieroglyphen verzierten Steinen, von denen jeder 17 Fuß hoch, 6 Fuß breit, 2 Fuß dick und über 200 Zentner schwer ist. Innerhalb des Portals steigt aus einem Becken, aus dem Ibisse trinken, eine Fontäne empor, deren Strahl sich an der Decke mit Gewalt bricht und einen feinen Staubregen verbreitet. Den Fries des Monuments ziert als Basrelief ein geflügelter Schild der Isis und über dem Gesims ruht ein Sphinx von colossaler Größe. Der ganze Teich ist mit Buschwerk, Rasenplätzen und breiten Sandgängen umgeben."

 

Der Schwanteich lag an der Stelle, an welcher sich heute das hintere Postgebäude der Hauptpost befindet. Das Monument befand sich an der Stelle des heutigen hinteren Gebäudes des Theaterkaffees. Es wurde um 1809 durch den Bildhauer Friedrich Wilhelm Eugen Döll gestaltet. Nach der Trockenlegung des Teiches und dem Bau des Kaiserlichen Postamtes sowie des Gebäudes der Neuen Loge verschwand das Monument, nur die Sphinx verblieb an der Treppe des Garteneingangs der Loge. 1934 wurde die Sphinx nach Streitigkeiten um das Eigentumsrecht, von der Abrissfirma Gebr. Eisser eingelagert, aber 1937 der Stadt zur Verfügung gestellt und kam im selben Jahr in den Garten des Amtsgerichtes und 1948 auf Bitten älterer noch lebender Freimaurer auf die Insel im Parkteich und beschützt die sieben Toten, welche auf der Insel bestattet sind. Dieser Sphinx ist heute noch im Originalzustand erhalten.

23. Juni 2011 Das Denkmal was im südlichen Teile des englischen Gartens zu Gotha steht, ist von den fünf Standbildern, das wohl künstlerischste. Herzog Friedrich IV. ließ dem Archivsekretär und späteren Regierungsrath Christian August Geutebrück das Denkmal im Jahre 1820 errichten. Friedrich IV. war 1814 zum dritten Male nach Rom gegangen um von einem Starrkrampf zu genesen. Als er im Jahre 1820 nach Gotha zurückkehrte war sein Freund Christian August Geutebrück, welcher sich um seine Finanzen und Geschäfte kümmerte, schon seit drei Jahren verstorben. Da er ihn nicht mehr sehen und auch seiner Beerdigung auf dem alten Gottesacker nicht beiwohnen konnte, setzte er ihm als letzten großen Beweis seiner Freundschaft den Gedenkstein. Ein Jahr darauf wurde auf Bitten der Freimaurer ein Sphinx auf dem Stein angebracht, als Zeichen der treuen und engen Verbundenheit des Rathes mit der Loge "Ernst zum Kompass".

Der Gothaer Heimatforscher und Lehrer Karl Kohlstock hat die schönste der vielen Beschreibungen geliefert:

 "Am Wege, der hinter dem Parkhause hinläuft, steht rechts in einer Gruppe von Weißbuchen das GEUTEBRÜCK DENKMAL. Es besteht aus einem Sandsteinblock in Form eines liegenden vierseitigen Prismas; darauf ruht eine Sphinx, ein Löwenleib mit Menschenkopf. Diese bildliche Darstellung galt bei den alten Ägyptern als Sinnbild des Sonnengottes; bei uns symbolisiert die Sphinx das Rätsel des Daseins, worauf auch die sinnige Inschrift:

" Jenseits wird sich das dunkle Rätsel des Lebens lösen".

hindeutet. Unter der Inschrift befindet sich ein Schmetterling als Zeichen der Auferstehung und der Metamorphose. Die umgedreht verlöschende Fackel soll auf das verlöschende Lebenslicht hinweisen. Lorbeerkranz und Palmenzweig sind als Sinnbilder des wohlverdienten Ruhmes und des schließlich gefundenen Friedens anzusehen. 

Die fast verwitterte Inschrift auf der Rückseite lautet:

"Dem Andenken eines wackeren Biedermanns, des am 29.April 1817 verstorbenen Herzögl.Sächs.Rates August Geutebrück, gewidmet von seinem dankbaren Freunde F." 

Der Hofbildhauer Friedrich Wilhelm Doell (1750-1816) war der Schöpfer der auf einem Quader ruhenden, zierlichen, aber sehr fein gebildeten Sphinx aus Seeberger Sandstein. 

Die Sphinx wurde nicht speziell für den Sockel des Geutebrück Denkmals gemacht. Sie wurde bereits Jahre zuvor von Doell angefertigt und blieb nach dessen Tod ein Nachlassbestand in seiner Steinmetz Werkstatt. 
Bereits Anfang des 20.ten Jahrhunderts wurden die fast verwitterte Inschrift und die Schändung von roher Hand beklagt. Nach einer Beschädigung durch Sturmgewalt im Jahre 1928 wurde die Sphinx wieder sachgemäß aufgestellt, hatte aber durch den Sturz ihr steinernes Kopftuch gänzlich eingebüßt. Auch die vier hinteren Weißbuchen wurden entwurzelt.  Ein Bombentreffer, 1945, nicht weit entfernt vom Denkmal riess der Sphinx den Kopf ab und beschädigte den Sockel, so dass ganz Ecken um unteren Ende fehlten. Auch die übrigen Weißbuchen wurden durch die Treffer beschädigt, das sie nach dem Kriege als Brennholz endeten. Zeitzeugen können sich an eine arg ramponierte Sphinx noch in den 60-er Jahren erinnern. Die Sphinx wurde während eines Unwetters durch einen umsürtzenden Baum so sehr beschädigt, das man sie 1967 entfernen lies.
An welchem Ort sie abgeblieben ist, wusste man bislang nicht.